Aus der Pressemitteilung zur Kooperation zwischen dem BSG Bad Driburg e.V. und dem Senioren-Park carpe diem GmbH unter der Beteiligung des KSB (Kreis-Sport-Bund) Höxter vom 21.04.2017 mit einigen Ergänzungen aus der Vereins­chronik

 

Pantoffelnaher Reha-Sport

 

Bewegung und Sport sind gut für Körper, Geist und Seele. In diesem Sinne bewegt die BSG (Bewegung-Sport-Gesundheit) Bad Driburg e.V. seit 1962 im Bereich des Reha-Sports in insgesamt 29 Sportgruppen mit unterschiedlicher Ausrichtung Bad Driburger Bürger.

Jüngstes Projekt ist nun die Kooperation mit dem Senioren-Park carpe diem GmbH in Bad Driburg. Ursprung dieser Kooperation ist die Initiative des Landessportbun­des mit dem Titel "Vereine in die Einrichtungen". Somit vermittelte der KSB (Kreissportbund) Höxter diese Zusammenarbeit.

Insgesamt konnten derzeit drei Gruppen gegründet werden, in denen Bewohner, Mieter und Kunden der Einrichtung Reha-Sport betreiben. Zwei Gruppen haben eine orthopädische Ausrichtung, eine Gruppe richtet sich an Menschen mit Demenz.

„Dieses Angebot ist im Kreis Höxter einzigartig. So freuen wir uns, das der „Seni­oren-Park carpe diem“ dieses Angebot installiert hat“, so Naomi Schwenkner vom KSB Höxter.

Ziel dieses Angebotes ist die Aktivierung und der möglichst lange Erhalt der Mobi­lität. Denn eine starke Muskulatur kann einer fortschreitenden Pflegebedürftigkeit vorbeugen und erhöht die Lebensqualität. „Neben den gesundheitlichen Aspekten dürfen der Spaß und die Freude an Bewegung und Gemeinschaft nicht fehlen, denn sie sind ein wichtiger Bestandteil im ganzheitlichen Konzept des Reha-Sports!", sagt die Übungsleiterin Frau Ulrike Zengerling.

Finanziert wird dieses Angebot über die Reha-Sport-Verordnung, die vom Hausarzt ausgegeben und von der Krankenkasse genehmigt wird. So erfüllt man dem gesetz­lich vorgegebenen Maßstab „Reha vor Pflege“.

„Um möglichst viele Senioren zu erreichen, fördern wir gern dieses sogenannte „pantoffelnahe“ Angebot. So bleibt den Teilnehmern der oft unüberwindbare Weg zur Sporthalle erspart", bekräftigt auch  Herr Heinrich Dierkes, 1. Vorsitzender des BSG Bad Driburg.

 

 

Geradezu nahtlos fügt sich diese jüngste Aktivität in die über 50-jährige Arbeit des BSG Bad Driburg ein, wie aus einem archivierten Schreiben an „alle interessierten Versehrten“ vom 11.02.1962 hervorgeht:

 

Seit langem laufen hier in Bad Driburg Bemühungen, eine Versehrtensport­gemeinschaft zu gründen. In den Städten Höxter und Lügde haben sich schon seit einigen Jahren Versehrte, meist Kriegsversehrte, zu solchen Ver­sehrtensportgemeinschaften [VSG] zusammengeschlossen und betreiben mit Freude und Begeisterung in ihren Gemeinschaften geeignete Leibes­übungen. Nun sind die Vorbereitungen zur Gründung einer solchen Ge­meinschaft auch hier in Bad Driburg auch soweit gediehen, dass wir die Gründung einer VSG vornehmen können. […]

Leibesübungen für versehrte Menschen […] zielen auf die Funktionstüch­tigkeit dessen, was erhalten blieb, auf die Hebung der Volksgesundheit und eine frohe Lebensbejahung. Ärztliche Überwachung sorgt dafür, dass im heilgymnastischen Sinne geübt wird. Überforderung und Leistungssport werden abgelehnt. […]

Mach auch Du mit im Versehrtensport. […]

Zur Gründung der Versehrtensportgemeinschaft Bad Driburg lade ich hier­mit alle interessierten Versehrten zum 16.2.1962 ein. […]

 

Offenbar wurde auf dieser Veranstaltung der „Vorläufer“ des BSG Bad Driburg tat­sächlich als „Versehrtensportgemeinschaft“ gegründet, später in „BSG (Behinder­ten-Sport-Gemeinschaft)“ umbenannt und schließlich vor einigen Jahren mit dem aktuellen Vereinsnamen „BSG (Bewegung-Sport-Gesundheit)“ neu ausgerichtet, ohne dass dabei die wesentlichen Motive aus der Gründerzeit verloren gegangen wären.

  Auch im aktuellen Gesamtangebot bleibt der Gründungsanspruch sichtbar, stets die Menschen mit Handicap in den Mittelpunkt zu stellen und ihnen ein vielschichti­ges, abwechslungsreiches und der Gesundheit dienliches Bewegungsangebot zu präsentieren, das bei entsprechenden Vorgaben auch die ständige Anwesenheit ei­ner Ärztin oder eines Arztes während der Übungseinheiten vorsieht. Wie übrigens auf der Homepage (bsg-bad-driburg.de) mit entsprechendem Wochenplan nachzu­lesen ist, gibt es derzeit 2 Gruppen für Personen mit Osteoporose-Symptomatik, 16 Gruppen für Warmwassergymnastik, 1 Kindergruppe (zur Zeit ausgesetzt), je 1 Nordic-Walking- und Kegelgruppe (in Eigenregie der Teilnehmerinnen und Teil­nehmer), 4 Rückengymnastikgruppen (jetzt Medizinische Trainingstherapie, kurz MTT), 2 Herzsportgruppen und schließlich für den Wettkampf unter Gleichgesinn­ten 1 Faustballmannschaft und 2 Prellballteams.